Bremsprobenanlagen

zur Durchführung von Bremsproben gemäß DB Ril 915 an Güterzügen und/oder Reisezügen.

Was ist eine Bremsprobe

Wenn ein Güterzug fährt, muss er auch bremsen können. Daher müssen vor Abfahrt die Bremsen des Güterzuges überprüft werden.

Die Bremsen eines Güterzuges arbeiten mit Druckluft. Die notwendige Druckluft wird von der Lokomotive erzeugt. Die Druckluft wird durch die sog. Hauptluftleitung der Güterwagons zu allen Bremsen der einzelnen Wagons verteilt. Der Druck in der Leitung beträgt 5bar. Dieser Druck bewirkt, dass die Bremsen gelöst sind. Über das Führerbremsventil in der Lokomotive kann der Druck reduziert werden. Dadurch strömt über ein Steuerventil Druckluft vom Vorratsbehälter in den Bremszylinder und die Bremsklötze drücken gegen das Rad – der Wagon bremst.

Dieser Ablauf muss bei jedem neu zusammengestellten Zug vor Abfahrt durchgeführt werden. Der Wagenmeister läuft am Zug entlang und kontrolliert an jeder Achse, ob die Bremsklötze anliegen. Liegen die Bremsklötze nicht an, so liegt möglicherweise ein Defekt der Hauptluftleitung oder eine mechanische Störung vor. Es kann jedoch auch vorkommen, dass bei einer gelösten Bremse die Bremsklötze dennoch anliegen weil z.B. die Handbremse angezogen, die Mechanik verklemmt ist oder die Klötze im Winter angefroren sind.

Die Bremsprobe benötigt in der oben beschriebenen Form eine Lokomotive, 1-2 Personen (einer der den Zug abläuft und kontrolliert, ggf. eine Person in der Lok der das Ventil bedient). Der Vorgang dauert ca. 40-60min, in Abhängigkeit der Zuglänge.

Abb. Kontrolle ob die Bremsklötze anliegen durch den Wagenmeister

Was ist eine Bremsprobenanlage

Eine Bremsprobenanlage besteht aus einem Kompressor, Druckluftvorratsbehälter, Steuerung mit Ventilen (=Bremsprobengerät) und einen Leitungssystem zur Verteilung der Luft am Bahnhof vom Druckvorratsbehälter, bis zu den Gleisen an denen die Güterzüge stehen.  Eine Bremsprobenanlage übernimmt praktisch gesehen die Funktionen einer Lokomotive während einer Bremsprobe.

Eine Bremsprobenanlage kann so dimensioniert werden, das damit ein ganzer Rangierbahnhof davon versorgt werden kann.

Das Bremsprobengerät ist ein Teil der Anlage und besteht u.a. aus Steuerung, Ventilen welche die Druckluft weiter über den Schlauchständer oder -halter an den Güterzug bringen. Das Bremsprobengerät übernimmt u.a. die Funktion des Führerbremsventils.

Abb. Bremsprobengeräte

Bremsprobenanlagen - eine Frage der Wirtschaftlichkeit

Dass solche Anlagen aber noch nicht überall verbreitet sind, liegt vor allem an der Struktur der Eisenbahnunternehmen.
Die Bremsprobegeräte werden der Infrastruktur zugerechnet – die Bremsprobe wird aber in vielen Fällen von Mitarbeitern der Güterverkehrssparte der Bahnen durchgeführt.

Wirtschaftlich ist das nicht. Denn in vielen Fällen wird auch heute noch an Rangierbahnhöfen eigens eine Lokomotive abgestellt, die das Bremssystem während des Tests mit Druckluft befüllt.
Eine Lok kostet etwa 3 Millionen Euro und verdient während der Bremsprobe kein Geld.
Diese kann bis zu einer Stunde dauern. Eine Bremsprobeanlage ist für etwa ein Zehntel des Preises zu haben, die Lok kann während des Tests für ihren eigentlichen Zweck verwendet werden.

Fernsteuerung von Bremsprobenanlagen

Der Nutzen:

Eine Fernsteuerung ersetzt die zweite Bedienperson am Bremsprobengerät und/oder verringert den Fußweg des Prüfers.

Im Laufe des zunehmenden Wettbewerbs, ist es umso wichtiger, Prozesse zu beschleunigen und den Zug möglichst schnell abzufertigen.
Die Benutzung spart Zeit, Geld und Ressourcen und stellt sicher, daß die vorgeschriebenen Test zuverlässig und mit gleichbleibender Qualität durchgeführt werden.
Jeder Mitarbeiter verwendet den gleichen Testablauf.
Alle Aktionen werden dokumentiert.
Im Fall eines Unfalls ist es schwer für den Vorgesetzen nachzuweisen, dass er seiner Verantwortung nachgekommen ist.
Mit einer Fernsteuerung, ist man immer in der Lage nachzuweisen, dass die Durchführung und die Vorschriften komplett eingehalten worden sind.

Der Ablauf:

Auf den Rangierbahnhöfen erstrecken sich Gleisharfen bis zum Horizont.
An den Zugbildungsanlage sind ständig kraftvolle Diesellokomotiven mit dem „Sortieren“ von Güterwagen beschäftigt.
Ankommende Züge werden aufgelöst und die Wagen zu neuen, möglichst zielreinen Garnituren zusammengestellt.
Bevor diese auf die Reise gehen, ist eine Bremsprobe zwingend vorgeschrieben. Um dafür nicht jedes mal eine Lokomotive zu binden, liefern Kompressorstationen die Druckluft für Bremsluftbehälter und -Leitungen der Waggons.

An den Bremsschläuchen der stationären Bremsprobengeräte klinkt der Wagenmeister die Bremskupplungen der Waggons ein.
Mit seiner tragbaren Funkfernbedienung kann er die Dichtheitsprüfungen durchführen, Hauptluftleitungen füllen, Anlege- und Lösevorgänge der Wagenbremse veranlassen.

Die Anzeige auf seiner Fernbedienung gibt Ihm Auskunft über den Zustand der Bremsen, der anliegenden Druckwerte und des aktuellen Status der gesamten Anlagen bzw. Zuges. Jede Funktion und jeder Zustand wird protokolliert und steht in Echtzeit dem Disponenten zur Verfügung. 
Auch kann der Wagenmeister über seine tragbare Funkfernbedienung jede einzelne Wagennummer aufrufen um:

  • die Zugzusammenstellung zu verifizieren und
  • die für jedes Fahrzeug individuellen Bremsdaten abzugleichen.

Anzeigen von angelegten Bremsen, die Blickkontrolle sichtbarer Bremssohlen und anderer wichtiger Bauteile komplettieren den Sicherheitscheck, und weiter geht’s zum nächsten Wagen.

Anwender:

Unser Fernsteuerungssystem ist in unterschiedlichen Ausprägungen deutschlandweit in fast allen Rangierbahnhöfen der Deutschen Bahn AG im Einsatz. Aber auch im Ausland (Luxemburg, Schweden, Österreich, Ungarn) wird unser System verwendet.

Das System kommuniziert mit den Anlagen unterschiedlichster Hersteller und Lieferanten.
Das System ist von der Kommunikationsstruktur optimiert und effizient ausgelegt, daß die Kommunikation/Bedienung in „Echtzeit“ erfolgt und minimalste Betriebskosten verursacht.

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